Verfassung von Medina
Al Sahifa, die Verfassung von Medina
Mohamed Ibrahim, M. A.
Hinweise: Es handelt sich hier um einen Teil des ersten Kapitels meiner Magisterarbeit, in der es erforderlich war zu untersuchen, wie der islamische Staat entstanden. Die Entstehung des Staates hat wiederum eine Vorgeschichte, nämlich, wie die Gemeinschaft selbst entstanden ist. Diese hat gezeigt, dass der islamische Staat nichts anders ist als die Politische Organisationsform der Gesellschaft. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnisse in einer Untersuchung darüber, ob die politische Macht im Islam demokratisiert werden kann und darf:
Zuerst stand die Gemeinschaft und aus der Gemeinschaft entstand der Staat; und Al Sahife hat gezeigt, dass der islamische Staat als Verfassungsstaat entstanden ist. Dies muss als eine verbindliche praktische Sunna des Propheten (asws) angesehen werden. 02.02.09
Nach 13 Jahren seit seiner Berufung in Mekka, erreichte Muhammad (a.s.s.) die Stadt Jathrib am 20. September 622. Die Stadt erhielt nun den Beinamen „Medina” (= Stadt des Propheten). Jathrib war Heimatstadt dreier jüdischer und zweier heidnischer Stämme. Es gibt keine einheitliche wissenschaftliche Meinung über die Herkunft der jüdischen Stämme. Fest steht, dass sie zuerst Jathrib besiedelten. Die beiden heidnischen Stämme waren Araber, die aus dem Königreich saba’a im Jemen stammten und nach Jathrib ausgewandert waren, nach dem der Staudamm von ma’arib zerstört worden war. Die Beziehung zwischen den drei jüdischen und den zwei heidnischen Stämmen verlief vor dem Islam nicht immer reibungslos. Häufig gerieten die beiden nichtjüdischen Stämme in langjährige Kriege miteinander. Manchmal, weil ein Stamm den Juden Schutz gewährte, der von dem anderen Stamm aber nicht respektiert wurde. Die Juden, die um Jathrib in kleinen Siedlungen lebten, wurden mitunter wegen dieser Konflikte in Mitleidenschaft gezogen. Auf den Punkt gebracht: Die Situation in und um Jathrib war äußerst labil. Nun ist die Stadt auch eine Heimat der Auswanderer aus Mekka geworden. Sie und die Muslime in Jathrib verbanden der gemeinsame Glaube und ein Gottesgesandter, der nicht aus den Reihen der Juden stammte. Dazu blieben einige Mitglieder der Stämme Aus und Chazrag heidnisch. Unterdessen musste eine Grundlage für ein friedliches Zusammenleben geschaffen werden. (…) Das wichtigste Ereignis im Leben dieser neu umgestalteten Gemeinde war die sogenannte. Al Sahifa. Sie ist eine Urkunde, die in der modernen Literatur als »Verfassung von Medina« bezeichnet wird. Die Verfassung von Medina beweist, dass der "Islamische" Staat als Verfassungsstaat entstanden ist.
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