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Iraker jubeln über US-Abzug aus Städten

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Neu 30. 06. 2009

US-Soldaten ziehen sich aus Städten und Dörfern zurück

 

Ab heute soll kein US-Soldat mehr in Städten und Dörfern im Irak eingesetzt werden. Für die Sicherheit sind nun allein die irakische Polizei und Armee zuständig. Den Rückzug feiert ganz Irak mit einem offiziellen Feiertag, mit Partys und Feuerwerk.

Mehrere tausend Menschen besuchten eine Party in einem Park, bei der irakische Sänger patriotische Lieder vortrugen. "Alle sind heute glücklich - Schiiten, Sunniten und Kurden", sagte einer der Festbesucher, Walid al Bahadili. "Die Amerikaner haben uns zu sehr beleidigt und geschadet." Im Fernsehen zählte ein Uhr die Sekunden rückwärts und blieb um Mitternacht bei Null stehen. Jetzt werden nur noch kleine US-Einheiten in den Städten stationiert sein.

 

Bürgerwehren gegründet

Die Übergabe ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem endgültigen Abzug der US-Truppen. Die Menschen in Bagdad haben den US-Abzug aus den Städten und Dörfern mehr als sechs Jahre nach dem Einmarsch mit einem bunten mitternächtlichen Feuerwerk gefeiert. Tausende trafen sich zu einer Party im Park in Bagdad, berichteten US-Medien. Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat den Dienstag zum offiziellen Feiertag erklärt.

Die noch rund 134 000 im Irak stationierten amerikanischen Soldaten ziehen sich auf ihre Stützpunkte außerhalb der Ortschaften zurück. Die Sicherheit soll in den Städten künftig allein von den Einheiten der irakischen Polizei und Armee gewährleistet werden. Ihnen stehen außerdem noch Bürgerwehren zur Seite, die von den Amerikanern mit Hilfe von Stammesführern gegründet worden waren.


Die wichtigsten Ereignisse seit Kriegsbeginn

20. März 2003: Der US-Militäreinsatz gegen das Regime des irakischen Diktators Saddam Hussein beginnt. Bodentruppen übertreten die Grenze, die Luftwaffe bombardiert die Hauptstadt Bagdad.
9. April 2003: Die US-Truppen stehen in Bagdad, das irakische Regime ist damit gestürzt. Rund 156.000 ausländische Soldaten, großteils aus den USA, werden im Irak stationiert.
13. Dezember 2003: Saddam Hussein wird in einem Versteck nahe der Stadt Tikrit gefasst.
28. April 2004: Bilder von irakischen Gefangenen aus dem Gefängnis Abu Ghraib werden veröffentlicht, auf denen US-Soldaten die Iraker erniedrigen und misshandeln.
7. Juni 2006: Der Chef des Terrornetzwerks El Kaida im Irak, Abu Mussab el Sarkawi, wird durch einen US-Luftangriff getötet. Er war vermutlich der Drahtzieher zahlreicher schwerer Anschläge.
5. November 2006: Saddam Hussein wird durch die irakische Justiz zum Tode verurteilt. Das Urteil wird Ende des Jahres durch Erhängen vollstreckt.
23. März 2008: Der 4000. US-Soldat seit Beginn des Krieges im Irak vor fünf Jahren wird getötet.
27. November 2008: Das irakische Parlament stimmt einer Vereinbarung zwischen Washington und Bagdad über den Abzug der US-Truppen zu. Der letzte US-Soldat soll das Land 2011 verlassen.

Allerdings ist nicht allen Irakern zum Jubeln zumute. Einigen Irakern, die kategorisch gegen die Präsenz der Amerikaner in ihrem Land sind, ist es noch zu lange hin bis zum kompletten Abzug der von ihnen als Besatzer empfundenen Truppen Ende 2011. Andere Iraker befürchten, dass die Zahl der Terroranschläge nach dem Rückzug der Amerikaner zunehmen wird.

Im Vertrauen argwöhnen viele, dass sie doch überfordert sein könnten. Diese Befürchtungen sind angesichts des Gewaltausbruchs in diesem Monat, als über 250 Menschen bei Bombenanschlägen und Schießereien getötet wurden, noch gewachsen.

Quelle:ZDF

 

 

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