Der Konflikt um Identität
25. 12. 2008
Die sechste Phase des Islam-West Konflikts
Mohamed Ibrahim
Der Islam-West-Konflikt ist so alt, wie der Islam selbst. In der Zeit des Kalten Kriegs stand er im Schatten des Ost-West Konflikts. Als dieser beendet wurde, tauchte der alte Konflikt auf. Sein Ende ist nicht abzusehen und seine Entwicklung ist unberechenbar, weil er nie bearbeitet wurde. Wir sehen diesen komplexen Konflikt in seiner Aktualität als Phase in einem Kontinuum. Das ist die sechste Phase, die als Phase der „Identitätsfindung und Identitätsbewahrung“ beschrieben werden kann. D.h. in dieser Phase befinden wir uns in einem Identitätskonflikt. Auf der einen Seite versuchen die Muslime ihre Identität – religiös definiert – zu finden und auf der anderen Seite versucht der Westen seine Identität – christlich säkular definiert – zu bewahren. Dabei bedient man sich auf beiden Seiten mit unlauteren Mitteln: In den arabischen islamischen Massenmedien aber auch in der Literatur wird der Westen überwiegend als Ort der Kriminalität, der sexuellen Zügellosigkeit, des Rauschgiftkonsums, der chaotischen Verhältnisse der Geschlechter, der nichtfunktionierenden Familien dargestellt. Demokratie und Menschenrechte etc. werden als Instrumente des Kulturimperialismus betrachtet. Dagegen wird der Islam in den westlichen Massenmedien als Religion der Intoleranz, der Unterdrückung von Frauen, der Despotie, der unmenschlichen Strafen, des Terrors und des Selbstmords, der Rückwärtsgewandtheit, der Rückständigkeit etc. dargestellt. (...)


