Koran für Naturschutz
20. 01. 2009
Umweltschutz in Gottes Namen
Nichts konnte Sansibars Fischer davon abhalten, mit Dynamit zu fischen. Als ein Experte für Islam und Umwelt den Muslimen die Prinzipien des Korans in Erinnerung rief, dachten die Fischer um.
Von Beate Kittl
Jahrelang hatten Naturschutzorganisationen versucht, den Naturreichtum an der Ostküste Afrikas zu retten – vergeblich. Also riefen sie Fazlun Khalid zu Hilfe. Der Experte für Islam und Umwelt klärte die Fischer über ihre religiösen Pflichten auf: Es sei falsch für gute Muslime, Fische mit Bomben und Schleppnetzen zu fangen. Innert 48 Stunden hörte die Dynamitfischerei auf. Fazlun Khalids Modell für islamische Umweltbildung ist das erste dieser Art. «Es ist der praktische Einsatz islamischer Prinzipien», sagt der Gründer der Islamischen Stiftung für Ökologie und Umweltwissenschaften (IFEES) mit Sitz in Großbritannien. Das Interesse am Pilotprojekt in Tansania war so gross, dass die Stiftung letztes Jahr das weltweit erste Handbuch dazu veröffentlichte, wie die Lehren des Korans zum Schutz von Naturressourcen eingesetzt werden können.
Nützlicher Koran
In zweitägigen Kursen appelliert Khalid an die religiöse Verantwortung der Fischer, Beamten und islamischen Führer auf den Inseln Sansibar und Pemba. Er nutzte die Tatsache, dass der Koran die praktischste aller heiligen Schriften ist. «Der Koran gibt ethische Leitlinien für den Schutz der Schöpfung vor», sagt Khalid. Diese alten Lehren habe man modernisiert. Eine Koran-Sure lautet: «Gott liebt nicht die Verschwender.» Eine andere erklärt den Menschen zum Khalifa, dem Stellvertreter Gottes auf Erden, in dessen Verantwortung es liegt, die Schöpfung zu schützen.


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